Artikel bei Publikum

“Die Fiktion vom interkulturellen Lernen oder die Geschichte einer Schlüsselqualifikation, die nicht aufschließt”, so lautet der Beitrag von Oliver Kustner, Inhaber von sigena-caoching auf Publikum. Hier eine kleine Leseprobe:

Man kann zum einen die Sehnsucht feststellen, die gerade bei Wirtschaftsunternehmen verbreitet ist, im Ausland tätige Mitarbeitende interkulturell zu schulen, vielleicht sogar mit der heimlichen Idee die „Kenntnis der Fremdheit und Andersartigkeit des anderen dafür auszunutzen, ihn gezielt mit seinen kulturellen Schwächen zu besiegen“ (Schließmann, 2014,  S. 56–57). Dies führt dann meist zu einem kniggeähnlichen Vorgehen, Hauptziel wird dabei, den Tritt in Fettnäpfchen zu vermeiden. Es geht dann beispielsweise darum, Begrüßungsrituale zu lernen oder sich die Grundzüge einer “Kulturgrammatik” anzueignen. Dies ist zum einen zwar punktuell sinnvoll, jedoch zutiefst unterkomplex, denn man wird über ein holzschnittartiges Verständnis der jeweiligen Kultur nicht hinauskommen. Die tatsächlichen Kommunikationsprobleme interkultureller Begegnung werden dabei nur angekratzt und Lösungen vorgegaukelt. Das verhält sich in etwa so, wie der Versuch eine “deutsche Leitkultur” zu beschreiben. Was zunächst klar und deutlich erscheint, wird bei näherer Untersuchung ungreifbar, unscharf und von der jeweiligen Meinung des Betrachters abhängig. 

Oliver Kustner, 2020, Publikum

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